#3 Richtig investieren

Einfache Schritte zur richtigen Kapitalanlage




Die schnelle Erholung der Aktienmärkte nach dem Corona-Crash Anfang des Jahres hat viele Menschen veranlasst, sich für Aktien zu interessieren und in diese zu investieren. Dies ist an und für sich etwas Gutes, da viel zu wenig Menschen in Deutschland Aktien besitzen – es birgt aber auch Gefahren. Das Problem ist, dass viele Menschen falsch an die Aktienanlage herangehen. So sehe ich vielerorts Werbung für Trading-Plattformen, wo man schon „ab einem Euro“ und sogar gehebelt auf Aktien spekulieren kann. Auch veranlassen Medien-Artikel und sogennante „Experten“ zum Kauf einzelner Aktien anstatt eines breiten ETFs oder Indexfonds. Beide Strategien sind jedoch sehr gefährlich.

Sogenanntes "traden", also das rasche Kaufen und Verkaufen von Aktien, um Gewinn zu machen, ist der beste Weg, Geld zu verlieren.

Es funktioniert einfach nicht, zumindest nicht, wenn man die Gebühren für den Handel berücksichtigt.


Hier liegt das Paradox: Die Finanzindustrie lebt davon, Anlegern möglichst komplizierte Anlageprodukte zu verkaufen, und sie animiert zu häufigem Kauf und Verkauf. Warum? Weil die Branche genau so ihr Geld verdient. Die beste Strategie für den Anleger besteht jedoch aus niedrigen Kosten, wenig Transaktionen und einfachen Produkten.


Wie investiert man nun richtig in Aktien?

Der beste Weg, um Aktienkapital aufzubauen, ist, über einen Wertpapiersparplan jeden Monat einen fixen Betrag an einem fixen Ausführungstag in einen oder zwei diversifizierte ETFs zu investieren. Diese Strategie hat den Vorteil, dass man sich um das Timing keine Sorgen machen muss  – man erhält auf lange Sicht sogar einen Durchschnittspreis. Auch ist diese Strategie mit niedrigen Kosten verbunden. Dies ist sehr wichtig, weil jegliche Kosten den Gewinn schmälern.


Hier ein Beispiel: Max verdient im Monat 2.400 Euro netto. Hiervon möchte er für den Vermögensaufbau und die Altersvorsorge 10 %, also 240 Euro, in einem Wertpapierdepot ansparen. Im ersten Schritt eröffnet er bei einer der Direktbanken (z.B. Consorsbank, Comdirect oder ING Diba) ein Depot. Anschließend richtet er bei diesem Depot einen Sparplan ein, der am jeweils 15. des Monats das Geld anlegt. Max möchte in Aktien und Gold investieren und hat sich für folgende drei Wertpapiere entschieden:

1. ETF auf den MSCI World (investiert in die größten Unternehmen der

der entwickelten Länder)

2. Ein ETF auf den MDAX (investiert in mittelgroße deutsche Unternehmen)

3. XETRA-Gold (investiert in physisch hinterlegtes Gold bei der Deutschen

Börse).


Max hat sich folgende Aufteilung überlegt: 150 Euro investiert er in den MSCI World, 50 Euro in den MDAX und 40 Euro in Gold.

Sobald dieser Sparplan eingerichtet ist, muss nur noch ein Dauerauftrag von dem Gehaltskonto auf das Depotkonto eingerichtet werden. Sobald auch dies getan ist, muss man nichts weiter machen, als einmal im Jahr einen Depotauszug ausdrucken und abheften sowie den Steuerbescheid für die Steuererklärung herunterladen. Wenn Max eine Gehaltserhöhung bekommt, passt er den monatlichen Sparbetrag an, ansonsten lässt er das Depot am besten in Ruhe. Irgendwann werden diese Aktien ETFs in einem nennenswerten Umfang Dividenden ausschütten. Diese sollten ebenfalls genutzt werden, um die monatliche Sparsumme zu erhöhen.


Nun neigen die Kapitalmärkte zu großen Schwankungen, sowohl nach unten als auch nach oben. Wenn die Kurse fallen, sollte sich Max freuen, dass er über seinen Sparplan günstiger nachkaufen kann. Auf keinen Fall und unter keinen Umständen sollte Max in Panik geraten und seine Wertpapiere verkaufen. Aktien gewinnen auf lange Sicht im Durchschnitt vielleicht 6 % pro Jahr an Wert (In den letzten 100 Jahre waren es 7-9 % pro Jahr, allerdings bei einem höheren Zinsniveau). Dies sind jedoch Durchschnitte. Es wird Jahre geben, in denen die Märkte um 30 % fallen, und andere, in denen sie um 30 % steigen.

Da selbst Profis es nicht schaffen, vorherzusehen, wann Aktien steigen und wann sie fallen, sollten Privatanleger dies gar nicht erst versuchen, sondern stattdessen einfach jeden Monat stoisch über den Sparplan in den Markt investieren.

Max entschließt sich zusätzlich, jeden Monat 50 Euro in Bitcoin zu investieren. Ihm ist bewusst, dass dies sehr riskant ist, er erhofft sich jedoch eine deutlich höhere Rendite als die 6 %, die sich im Schnitt mit Aktien im Jahr verdienen lassen. Dies geht jedoch leider nicht über sein Depot bei einer Direktbank, sondern hierfür muss sich Max bei einer seriösen Krypto-Börse, wie zum Beispiel die Börse Stuttgart, registrieren und jeden Monat manuell den Kauf vornehmen.


Die gleiche Strategie lässt sich im Übrigen auch auf Einmalanlagen von größeren Beträgen anwenden. Wenn Max zusätzlich zu seinem monatlichen Sparplan einmalig 20.000 Euro anlegen möchte, kann er auch hierfür einen Sparplan nutzen, um sich einen Durchschnittspreis zu sichern. Er richtet einfach einen auf fünf Monate begrenzten Sparplan mit den gleichen Wertpapieren ein, der jeden Monat 4.000 Euro anlegt.


Sobald Max all dies eingerichtet und sich an den Umgang mit Bitcoin gewöhnt hat, ist diese Strategie wirklich nicht mehr aufwendig. Das Einzige, was Max dann noch tun muss, ist Kurs halten und auch in schwierigen Zeiten Vertrauen haben, dass alle Krisen auch irgendwann wieder vergehen.