#7 Umgang mit dem Auf und Ab am Aktienmarkt


Viele Menschen haben Angst vor Aktien. Gerade in Deutschland gibt es viele, die sagen, dass Aktien zu hohe Risiken darstellen und dass irgendwann wieder ein Crash kommt und Anleger dann auf großen Verlusten sitzen bleiben. Diese Menschen haben zum Teil sogar recht; es wird garantiert wieder ein Crash kommen. Darüber hinaus ist es sehr riskant, einzelne Aktien wie z.B. Tesla und keine Fonds oder ETFs zu kaufen.


Dabei wird jedoch oft verkannt, dass Aktien trotz der Krisen, die es alle paar Jahre gibt, eine gute Anlage sind. Und da es unmöglich ist, vorherzusehen, wann der nächste Crash kommt, sollte man einfach immer in Aktien investiert sein.


In den letzten 100 Jahren haben Aktien je nach Region im Schnitt 7 - 9 % pro Jahr erwirtschaftet und dies trotz Weltkriegen, Wirtschafts- und Ölkrisen und anderen schweren Herausforderungen für die Menschheit.


Die 7 - 9 % sind jedoch ein Durchschnitt. Darunter gab es Jahre, in denen Aktien 30 % gestiegen sind, und Jahre, in denen Aktien um 40 % gefallen sind.


Die folgende Grafik zeigt die Verteilung der Renditen des größten Aktienmarktes der Welt, des amerikanische S&P Index, seit 1928. Sie zeigt eindrucksvoll, dass es durchaus negative Jahre gibt wie 1931, 1974 und 2008, in denen der Index zwischen 30 und 50 % gefallen ist! Die meisten Jahre sind jedoch positiv, und im Durchschnitt beliefen sich die jährlichen Wertsteigerungen auf 8 - 9 %.


Aus diesem Grund ist es auch so wichtig, einen langen Anlagehorizont zu haben.


Wenn man langfristig Kapital aufbauen möchte, ist es gar nicht so schlimm, dass Aktien so stark schwanken – man muss es einfach ignorieren.


Persönlich gehe ich nicht davon aus, dass die Aktienrendite in den nächsten Jahrzehnten so hoch sein wird, wie das in den letzten 100 Jahren der Fall war, sondern dass sich die Steigerungen eher auf 6 -7 % statt auf 7 - 9 % belaufen werden. Ich mag mich aber irren, jedoch sind selbst jährliche Steigerungen von 6 - 7 % ein Vielfaches von dem, was man mit anderen Anlagen wie Anleihen, Sparbuch oder Lebensversicherung erzielen kann.


ETFs oder Aktienfonds


Eine viel diskutierte Frage ist, ob Anleger ETFs oder Aktienfonds kaufen sollten. Hier noch einmal kurz der Unterschied: Ein ETF bildet einen Aktienindex ab, wie z. B. den DAX oder den MSCI World. Es gibt dabei keinen Fondsmanager, der aktiv einzelne Aktien kauft, sondern man kauft durch den ETF einfach alle. Der Vorteil von ETFs ist, dass die Kosten dafür sehr günstig sind und man meist nur 0,1 - 0,5 % Gebühren im Jahr zahlt.


Aktienfonds wiederum werden aktiv gemanagt, das heißt, jemand oder ein Team sucht aus, welche Aktien der Fonds kauft und welche nicht. Aktienfonds sind deutlich teurer und kosten meist mindestens 1 % im Jahr an Gebühren.


Die Frage, die sich Anlegern nun stellt, ist: Sollte man den aktiv gemanagten aber teureren Fonds oder den günstigeren, aber passiven ETF kaufen?


Während ich denke, dass aktive Fonds in manchen Segmenten besser laufen können als ETFs, so sind für den Großteil der Privatanleger jedoch ETFs die bessere Wahl.Ich rate deshalb dazu, Aktien ETFs zu kaufen, die große Indizes wie die von z.B. ´MSCI All Country World Index` oder den ´FTSE All World` abbilden - am besten von großen bekannten ETF Anbietern wie iShares oder Vanguard.


Der sicherste Weg, in Aktien zu investieren, ist also, mit einem langen Anlagehorizont monatlich Aktien-ETFs anzusparen und wirklich nie auf das Auf und Ab an der Börse zu reagieren.